Die Tochter der toten Gorillamutter Gana zieht in den Stuttgarter Zoos umAm 17. Januar starb im Allwetterzoo Münster die weithin bekannte Gorillamutter „Gana“. Zurück blieb ihre halbjährige Tochter „Claudia“. Anfangs bestand berechtigte Hoffnung, die Kleine in Münster behalten zu können. Doch leider hat sich die 37 Jahre alte „Fatima“ nicht von der Tante in eine Ersatzmutter verwandelt. „Claudia“, die schon vor dem Tod ihrer Mutter an das Fläschchengeben durch die Tierpfleger gewöhnt war, geht es zwar augenscheinlich gut. Doch sicher fehlt es ihr an der mütterlichen Zuwendung, die Gorillakinder in den ersten Lebensjahren brauchen. Außerdem scheint „Fatima“ nicht die notwendige Verantwortung für „Claudia“ zu übernehmen, damit die münstersche Gorillagruppe wieder zusammen geführt werden kann.
Ein enger sozialer Kontakt ist für Gorillas äußerst wichtig. Und der fehlt nun sowohl „Fatima“ als auch „Claudia“. Beide sind derzeit von der Gorillagruppe getrennt, da „Fatima“ die noch unsichere „Claudia“ nicht vor den Rüpeleien des zweijährigen „Thabo“ schützen würde. Damit „Fatima“ nicht länger getrennt von den übrigen Gorillas leben muss und „Claudia“ altersmäßig passende Spielgefährten findet, wurde der Umzug nach Stuttgart beschlossen. Der Niederländer Jan Vermeer, Gorilla-Experte und Mitglied im EEP-Komitee des europäischen Zooverbandes für Gorillas, unterstützt diese Entscheidung. Er wird sich zudem dafür einsetzen, dass die Gorillagruppe in Münster demnächst durch ein erfahrenes Weibchen verstärkt wird.
Am kommenden Freitag wird nun „Claudia“ von Zoodirektor Jörg Adler und Revierleiterin Bärbel Uphoff nach Stuttgart gebracht. Dort ist man auf das Gorillakind gut vorbereitet und wird es ebenso fürsorglich pflegen wie „Mary Zwo“. Die ältere Schwester „Claudias“ war „Ganas“ erste Tochter. Sie lebt seit Juli 2007 in der Gorilla-Kinderstube des Zoologisch-Botanischen Gartens Wilhelma in Stuttgart.
27.01.2010